Kürzlich flatterte das aktuelle Lovebook von DaWanda in meinen Briefkasten und animierte mich dazu, mal wieder etwas länger in den unzähligen Shops des Online-Marktplatzes zu stöbern. Nur wenige Klicks später landete ich bei Magali und ertappte mich dabei, wie ich am liebsten die Hälfte der Schmuckstücke in den virtuellen Warenkorb geladen hätte. Denn ich habe (unter anderem) eine Schwäche für verspielte Klunker – vor allem, wenn sie so schöne Details haben wie eben die von Magali.
Klar, dass ich mehr über die Person hinter dem Label erfahren wollte. Im Interview verrät die Schmuckdesignerin, warum sie Ahnung von Herzschmerz und Intrigen hat und wie sie zum Spitznamen “Wolle Petri” kam. Los geht’s!
Stell dich doch kurz vor. Wer bist du und was machst du?
Ich bin Sophie, Mitte 30, wohne in München mit meinem Mann in einer Wohnung ganz nah an der Isar. Der Gewinn, den ich mit meinem Schmuck mache, ist sozusagen die Butter auf dem Brot, aber das Brot an sich verdiene ich als Autorin beim Fernsehen. Ich arbeite für eine tägliche Telenovela. Liebe, Herzschmerz und Intrigen, mir ist kein menschlicher Abgrund fremd!
Wie ist dein Label entstanden und warum stellst du “ausgerechnet” Schmuck her?
Also der Name kommt aus der Familie, meine Großmutter mütterlicherseits hieß so. Sie war Künstlerin, Malerin, und lebte in der sonnigen Provence. Und da ich den Namen an sich, “Magali” – in Frankreich ein ganz normaler Frauenname – immer schon schön fand und ich alle anderen Attribute – das leichte, französische, filigrane, sonnengeküsste, künstlerische – auch passend fand, lag der Name für mein Label nahe.
Warum ich überhaupt Schmuck herstelle, das ist schon eine schwierigere Frage. Wie bei vielen Dingen in meinem Leben bin ich da einfach reingerutscht. Vor über zehn Jahren wohnte ich noch in einem anderen Stadtteil und in der Nähe meiner damaligen Wohnung war ein Perlenlädchen. Warum ich da rein bin, das kann ich nicht mehr sagen, aber ich war sofort angefixt, all die leuchtenden Farben! Die tausend verschiedenen Formen! Silber! Gold!
Anfangs begnügte ich mich damit, Rocailles-Perlen in allen Farben auf Gummischnüre zu ziehen und diese einfach zusammenzuknoten, zehn, zwanzig, dreißig Stück hatte ich am Handgelenk; Wolle Petri nannte ein Freund mich eine Zeitlang nur noch… Und irgendwann war mein Ehrgeiz gepackt, es sollte professionell aussehen, über die Jahre bin ich immer genauer und besser geworden.
Zählt zu meinen Favoriten: Lange Kugelkette mit Amethyst-Nugget
Was inspiriert dich, woher nimmst du deine Ideen für neue Schmuckstücke?
Zeitschriften, Blumen, Farbkombinationen, die mir gefallen, Märkte, alter Schmuck… Ein bisschen von überall her!
Was ist dein aktuelles Lieblingsstück aus deiner Kollektion und warum?
Meine Kreativität kommt in Schüben. Irgendwann setz ich mich hin und mache drei, vier, fünf neue Stücke. Eines oder zwei davon sind dann immer meine Lieblinge. Und das bleiben sie so lange, bis ich wieder etwas Neues mache. Im Moment? Die Chrysopras-Kette. Weil ich das Grün dieses Steins einfach liebe und finde, dass es auf brauner Haut nach Urlaub und Sonne und warmer Luft aussieht. Meine Alltime-Favourites sind aber meine Seidenarmbänder. Die hat sonst – soweit ich weiß zumindest! – kein anderer Shop, sie sind besonders und je nach Farbe passen sie zu jeder Jahreszeit. Und meine langen Kugelketten mit den vielen Halbedelstein-Tropfen. Warum? Weil sie lässig-kühl und gleichzeitig durch die Steine elegant sind… Hach ich merk schon: Ganz schwer, mir nur eines herauszupicken!
Wie sieht ein typischer Alltag bei dir aus?
Einen typischen Alltag habe ich gar nicht. Ich bin freiberuflich; wenn ich arbeite, dann gehe ich jeden Tag in die Arbeit, abends mache ich Sport, treffe mich mit Freunden, koche, jogge, spaziere mit meinem Mann… Wenn ich frei habe, dann ist eigentlich auch jeder Tag anders. Mal passiert es mir, dass ich zwei Tage hintereinander nur zu Hause rumwurschtel, Liegengebliebenes erledige, Schmuck kreiere, davon Fotos mache, sie in meinen Shop einstelle, ein bisschen putze, lese. Und dann fällt mir plötzlich die Decke auf den Kopf und die nächsten Tage radel ich wie eine Wahnsinnige von A nach B nach C, Bücherei, Konzert, Mittagsverabredung mit einer Freundin, Ausstellungen, Shoppen in der Stadt…

Ebenfalls wunderhübsch: Kette mit Kirschblütenzweig und Halbedelsteinen
Was war dein schönstes oder skurrilstes Erlebnis in Bezug auf deinen Shop?
Schönstes: Dass es jetzt schon drei Kundinnen gibt, die meinen Schmuck als ihren Hochzeitsschmuck gewählt haben. Was für eine Ehre und ein schöner Gedanke, bei diesem wichtigen Tag sozusagen “dabei zu sein”! Etwas richtig Skurriles fällt mir nicht ein.
Wie sehen deine Zukunftspläne aus?
Das Schmuckgeschäft auszubauen, voranzutreiben, vielleicht nicht nur in München, sondern auch in anderen deutschen Städten in dem ein oder anderen kleinen süßen Laden vertreten zu sein… Denn das macht mich richtig glücklich!
Worauf freust du dich in diesem Jahr am meisten?
Im Moment auf Hong Kong. Mein Mann und ich fliegen übermorgen, 6 Tage, bitte Daumen drücken, dass es nicht die ganze Zeit regnet!
Ohrringe mit versilberten Schleifen und Labradorit-Steinen
Verrätst du uns zum Schluss einen Geheimtipp in deiner Heimatstadt München? (Sei es Shop, Café, schöner Ort…)
Die Isar fließt ja mitten durch München. Die Stadt hat die darum herumliegenden Grünflächen in den letzten Jahren aufwändig renaturiert, entstanden ist ein im Sommer wirklich großartiger grüner Kosmos, tausende fahren hier Fahrrad, grillen, machen Picknick, spielen Boule, schwimmen… Sich ein Plätzchen suchen, die Füße ins Wasser hängen und dem Treiben zusehen. Herrlich. Café/Bar im Sommer: Strandbar, temporäre Bar an der Corneliusbrücke, Füße im Sand, Cocktail in der Hand, DJ, Blick aufs Wasser. Im Winter: Aroma Kaffeebar, Pestalozzistraße 24: schreckliche nette Bedienungen, köstliche Sandwiches und Kuchen, entspannte Atmosphäre.
Dankeschön für das Interview und einen wunderbaren Urlaub in Hong Kong!
Bilder via Magali
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Toller Shop und interesanntes Interview.
schönes interview und entzückender schmuck!